Keine nachträglichen Anschaffungskosten bei der Inanspruchnahme aus einer Bürgschaft
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Keine nachträglichen Anschaffungskosten bei der Inanspruchnahme aus einer Bürgschaft

Mit der Aufhebung des Eigenkapitalersatzrechts durch das MoMiG ist die gesetzliche Grundlage für die bisherige Rechtsprechung zur Berücksichtigung von Aufwendungen des Gesellschafters aus eigenkapitalersetzenden Finanzierungshilfen als nachträgliche Anschaffungskosten im Rahmen des § 17 EStG entfallen.

Aufgrund der Entscheidung führen zukünftig nur noch offene und verdeckte Einlagen sowie Darlehensgewährungen, zu denen Rangrücktrittsvereinbarungen geschlossen wurden, zu Anschaffungskosten auf die Beteiligung.

Aufwendungen des Gesellschafters aus seiner Inanspruchnahme als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft führen nicht mehr zu nachträglichen Anschaffungskosten auf seine Beteiligung. Ebenso sind stehengelassene Darlehen in der Krise, krisenbestimmte Darlehen oder Finanzplandarlehen als nachträgliche Anschaffungskosten ausgeschlossen.

Erstmals hat der BFH für eine Entscheidung selbst eine Übergangsregelung getroffen: Danach sind die bisherigen Grundsätze zur Berücksichtigung von nachträglichen Anschaffungskosten aus eigenkapitalersetzenden Finanzierungshilfen weiter anzuwenden, wenn der Gesellschafter eine eigenkapitalersetzende Finanzierungshilfe bis zum Tag der Veröffentlichung des Urteils am 27.09.2017 geleistet hat oder wenn eine Finanzierungshilfe des Gesellschafters bis zu diesem Tag eigenkapitalersetzend geworden ist.

BFH, Urt. v. 11.07.2017, IX R 36/15

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